Planung – Doku-Zentrum

Dokumentation und Weiterbildung

„Alles, was dazu beiträgt die Geschichte der Heimerziehung und ihre Folgen für den Einzelnen öffentlich bekannt zu machen, aufzuarbeiten, dieses Wissen zu sichern und nutzbar zu machen sowie die Hilfen zur Erziehung heute aktiv mitzugestalten.“

Wo stehen wir jetzt und was sind die Ziele?

Derzeit beginnt der Aufbau eines Archivs, das sich inhaltlich rund um die Geschichte(n) der Heimerziehung dreht. Das beinhaltet einerseits Dokumente zur Einweisung und Heimunterbringung, die von Behörden und/ oder Heimen über untergebrachte Kinder und Jugendliche angefertigt wurden. Andererseits sollen persönliche Erinnerungsberichte, (auto-) biografische Texte, Fotos und andere Quellen (z.B. Flugblätter, Zeitungsartikel, künstlerische Auseinandersetzung usw.) gesammelt und archiviert werden.

Das Archiv wird ergänzt durch eine Bibliothek, die (Fach-)Literatur zur institutionellen Erziehung und (Auto-)Biografien Betroffener enthält sowie eine Mediathek, die Filme, Audio- und Videomaterial (z.B. Interviews, Vorträge) sowie Beiträge aus Hörfunk und Fernsehen bereithält.

Ziel ist es durch das Sammeln und Erschließen des vorhandenen Materials ein umfassenderes Bild u.a. über die Praxis der Heimunterbringungen in Ost und West, ihre individuellen Bedingungen und die Veränderungen im zeitlichen Verlauf zu bekommen und damit zur weiteren Aufarbeitung beizutragen. Eine Vielzahl von Themen ist bislang nur wenig beachtet worden. Nur einige sollen an dieser Stelle genannt werden, wie z.B. kirchliche Heim in der DDR, Erziehungsmethoden im zeitlichen Wandel, Subkulturen und Heimeinweisung, Zuschreibungen und Diffamierungen als Einweisungsgründe, Folgen institutioneller Willkür- und Gewalterfahrungen. Aufarbeitung kann hier auf verschiedenen Ebenen stattfinden; individuell und gesellschaftlich.

Angebote der Dokumentationsstelle

Wir unterstützen die individuelle, ganz persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Heimbiografie u.a. in Form von:

  • Recherche nach Dokumenten und Unterstützung bei der Suche nach Angehörigen
  • Beratung und Begleitung beim Prozess der Suche
  • Angebot der Biografiearbeit – Unterstützung beim Verfassen und Veröffentlichen biografischer Texte und Lebenserinnerungen für Gruppen und Einzelpersonen

Wir wollen das Wissen und die Geschichten rund um die Heimerziehung sammeln, erhalten und öffentlich bekannt machen; z.B. in Form von:

  • Entgegennahme von Dokumenten, Fotos, Texte und andere Materialien zur Aufnahme ins Archiv
  • Aufnahme von Literatur, Filmen, Zeitungsartikeln in Bibliothek und Mediathek
  • Unterstützung bei der Gründung eines Zeitzeug*innen-Netzwerks für alle, die über ihre Erfahrungen (öffentlich) sprechen (oder anderweitig schöpferisch zum Ausdruck bringen) wollen. Mit besonderem Augenmerk auf die mögliche psychische Belastung einer solchen Tätigkeit können z.B. gemeinsame Treffen und Austausche organisiert werden und begleitende Traumafachberatung in Anspruch genommen werden

Um die gesellschaftliche Aufarbeitung zu fördern und voranzutreiben, soll das Material rund um das Thema Heimerziehung gesammelt, erhalten, digitalisiert und zur Nutzung (z.B. für Wissenschaft, Betroffene, Fachpersonal der Hilfen zur Erziehung) bereit gestellt werden.

Unser Haus soll perspektivisch zu einem Ort werden, an dem Zeitzeug*innen sich treffen, über ihre Erfahrungen austauschen und eigene, kreative Ausdrucksformen des Erzählens, Lesens, Spielens (und, und, und)  von Erfahrungen entwickeln, ausprobieren können. Auf diese Weise soll Unser Haus zu einem Ort lebendiger Erinnerungskultur werden – das wünschen wir uns und laden Sie/ Euch ein aktiv daran mitzuwirken.

Koordination: Jana Johannson, Tel.: 030 814 865 45, Mail: johannson@heimerfahrung.berlin

Biografiearbeit: Herbert Scherer, Tel: 030 814 865 48, Mail: scherer@heimerfahrung.berlin